SYNOPTISCHE ÜBERSICHT MITTELFRIST

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 20.03.2019 um 10.30 UTC



Ab dem Wochenende vor allem tagsüber kühler, vorübergehend leicht wechselhaft.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 27.03.2019


Am Samstag liegt Deutschland unter einer langgestreckten Hochdruckzone, die vom 
Nordatlantik bis nach Osteuropa reicht. Sie schwächt sich in ihrem Ostteil ab, 
während sich westlich Irlands ein neuer Hochschwerpunkt aufgebaut hat. Dadurch 
dreht bei uns in der unteren Troposphäre die Strömung auf nördliche Richtungen 
und die Kaltfront eines Tiefs über Skandinavien kann von Norden her übergreifen.
Allerdings gerät sie dabei unter Hochdruckeinfluss und ist kaum wetterwirksam. 
Ihr folgt etwas kühlere Luft, während sich über Süddeutschland die trocken-milde
Luftmasse hält.
Am Sonntag reicht ausgehend vom Hoch westlich Irlands eine Brücke hohen Druckes 
über Norddeutschland nach Osten, während die Kaltfront den Süden unseres Landes 
erreicht. An ihr passiert weiter nicht allzu viel. Es hält sich dort 
gebietsweise starke Bewölkung, regnen wird es aber höchstens geringfügig. Im 
Norden lockern die Wolken dagegen wieder auf, teils wird es wieder sonnig. Das 
Temperaturniveau sinkt vor allem tagsüber langsam etwas.
Am Montag schwenkt ein markanter Trog von der Nordsee nach Südosten und erreicht
in der Nacht zum Dienstag Nordwestdeutschland. An der Südflanke des zugehörigen 
Bodentiefs über Südskandinavien gelangt über die Nordsee mit kräftig 
auffrischendem Nordwestwind ein Schwall frischer Meereskaltluft in den größten 
Teil Deutschlands.
Am Dienstag folgt von Nordwesten rasch ein Höhenrücken unter dessen Vorderseite 
sich das Hoch bei Irland kräftigt und nach Mitteleuropa ausdehnt. Unter 
Verkürzung der Wellenlänge kommt der vorgelagerte Trog immer langsamer nach 
Südosten voran und tropft schließlich ins westliche Mittelmeer ab.
Am Mittwoch erreicht der Höhenrücken mit seiner Achse die Nordsee, während das 
Hochdruckgebiet am Boden seinen Schwerpunkt über Westeuropa hat und von dort 
einen Keil über Mitteleuropa nach Osten vorschiebt. Die kalte Luft kommt also 
rasch wieder zur Ruhe und die Niederschlagsneigung ist dann auch nur noch 
gering. Nachts gibt es häufig leichten Frost.

Auch in der erweiterten Mittelfrist hält sich nach Lage der Dinge der 
Hochdruckeinfluss. Das Hoch verlagert sich allerdings in den Osten Europas, mit 
den Temperaturen geht es vorerst aber höchstens geringfügig bergan.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des IFS ist grundsätzlich gut. Einige Unstimmigkeiten verbleiben 
zu Beginn der nächsten Woche, was die Trogpassage und den damit verbundenen 
Kaltluftvorstoß angeht. Sah es gestern im 00z Lauf vorübergehend so aus, als 
wäre dieser nachhaltiger und der Trog recht massiv über Mitteleuropa, so wird 
heute ein schwächerer Trog simuliert, der rasch vom nächsten Höhenkeil und 
Bodenhoch abgelöst wird. Am Temperaturrückgang bestehen aber kaum Zweifel; das 
Wetter beruhigt sich nur rasch wieder.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
 

Die anderen globalen Modelle GFS, ICON bieten auch keine alternativen Lösungen. 
Sie zeigen die Kaltfront am Wochenende ebenso wie die Abkühlung in der nächsten 
Woche, wobei Details weiter unsicher sind. Der Trog ist im ICON am schwächsten 
ausgeprägt und die höhenkalte Luft unter -30 Grad in 500 hPa steift nur den 
äußersten Nordosten unseres Landes. GFS wiederum hat einen sehr kräftig 
ausgeprägten Trog auf der Karte und das am stärksten entwickelte Tief im 
Bodendruckfeld, insgesamt ist alles weiter nach Osten verschoben als bei den 
Europäern. Die höhenkalte Luft spart hier den Westen aus, während im IFS 
vorübergehend über ganz Deutschland Werte unter -35 Grad in 500 hPa sieht.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Grundsätzlich stützen die Ensembles die Aussagen des Hauptlaufs. Was die 
Temperaturkurven (850 hPa) diverser deutscher Städte angeht, verlaufen die 
Kurven von Haupt- und Kontrolllauf nahe den meisten Members. Allerdings wurde 
die Abkühlung gegenüber gestern etwas abgeschwächt. Am Wochenende und zu Beginn 
der nächsten Woche gibt es schwache Niederschlagssignale, was mit Kaltfront und 
Trogpassage korrespondiert. Was den Trog am Montag und Dienstag angeht, sind die
meisten Ensemblemember allerdings etwas anderer Meinung. Sie zeigen ihn in der 
Geopotentialkurve vor allem über der Mitte und dem Südwesten Deutschlands 
deutlich abgeschwächt, gegenüber dem operationellen Lauf. Im Nordosten passen 
die Kurven wiederum gut zueinander. Dies spricht dafür, dass der Trog nicht 
soweit nach Südwesten ausgreift, sondern eher gemäß der GFS Prognose nach 
Nordosten verschoben abläuft. Damit hielte sich im Westen und Südwesten eher 
Hochdruckeinfluss mit geringer Schauerneigung.
Dies zeigt auch die Clusterung, die im Zeitraum bis +168h den Hauptlauf in 
Cluster 3 (10 Member) einsortiert. Cluster 1 (18 Member) hat einen schwächeren, 
weiter im Norden ablaufenden Trog im Programm.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Wirklich signifikantes Wetter gibt es höchstens vorübergehen am Beginn der 
nächsten Woche. Dann frischt der Wind am Rand des von Südskandinavien nach 
Osteuropa ziehenden Tiefs mal stärker auf. An der See, im angrenzenden 
Binnenland und auf den Gipfeln der östlichen Mittelgebirge gibt es stürmische 
Böen, exponiert auch Sturmböen. Die Niederschläge fallen in Hochlagen teilweise 
dann auch wieder als Schnee.

Eine Sturmlage oder wirklich intensive Niederschläge sind nicht zu erkennen.

EFI hat keine Signale für signifikante Entwicklungen.

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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, ECM +EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.  Met. Bernd Zeuschner