SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

SXEU31 DWAV 201800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 20.04.2019 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Zunächst keine markanten Wettererscheinungen.
Ab der Nacht zum Dienstag zunächst auf den Bergen, im Tagesverlauf auch in 
tiefen Lagen Böen Bft 8, auf exponierten Bergen auch Bft 9.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 12 UTC
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Aktuell ... Eine nach Westen hin bis in die obere Troposphäre reichende 
Hochdruckbrücke reicht vom Nordatlantik über Dänemark bis nach Nordwestrussland,
wo sich dicht südlich des Bodenhochs ein Höhentief befindet, welches bis 
Samstagfrüh nach Lettland zieht. Dabei bildet sich in der Höhe über der 
südlichen Nordsee ein Höhenhoch, da vom Atlantik ein Höhentrog nach Westeuropa 
vorstößt. Über Deutschland bleibt es damit die störungsfreie und häufig 
wolkenfreie Wettersituation erhalten. In der trockenen Luft mit häufig negativen
Taupunkten im Nordosten und Südosten gibt es dort vor allem in Bodennähe 
leichten Frost. Dabei bleibt der Ost- bis Nordostwind meist schwach.
  
Sonntag ...  beginnt ein Trog über dem Nordostatlantik Tuchfühlung aufzunehmen 
mit dem Höhentief über Südwesteuropa. Darunter fällt der Druck am Boden über 
West- und Mitteleuropa weiter, während sich östlich davon ein Keil von Italien 
über Mitteleuropa bis hinauf nach Dänemark aufwölkt, wo das o. e. Höhenhoch 
einbezogen wird. An dessen Ostflanke wiederum läuft der Randtrog vom Baltikum 
nach Ostpolen ab. Dieser beeinflusst uns aber nicht.

Trotz des Druckfalls hält sich der Hochdruckeinfluss, allerdings verschiebt sich
der Hochschwerpunkt nach Osteuropa. Der Zufuhr trocken-warmer Luft tut das 
keinen Abbruch und das sonnige und trockene Wetter setzt sich fort.
Schwache Labilität am Alpenrand sollte auch dort nicht für die Bildung von 
Schauern ausreichen.

Die Temperatur steigt auf 20 bis 26 Grad, auch ganz im Norden geht es mit den 
Temperaturen wieder leicht aufwärts und es werden Werte um 20 Grad erreicht. 
Lediglich bei auflandigem Wind ist an der See mit Werten bei 14 Grad zu rechnen.


Der Ost- bis Nordostwind erreicht in Böen lediglich Stärke 4 bis 5.

Die Nacht zum Montag bringt keine Änderungen. Bei geringer Bewölkung, bzw. 
klarem Himmel kühlt es ab auf 10 bis 2 Grad. Im Mittelgebirgsraum ist vor allem 
in Bodennähe vereinzelt leichter Frost nicht ausgeschlossen.  

Montag ... zeigt die großräumige Potenzialverteilung omegaähnliche Züge mit dem 
Rücken über Mitteleuropa sowie einem Höhenhoch über Südschweden und 
flankierenden Trögen respektive Höhentiefs über dem nahen Ostatlantik und 
südöstlich des Vorhersageraums. Das Höhentief erreicht abends Ungarn, wobei es 
auch als Kaltlufttropfen bezeichnet werden kann.
 
Im Bodendruckfeld gelangt Deutschland zwischen das mit seinem Schwerpunkt im 
Grenzbereich von Russland zu Weißrussland liegende Hoch LEONORE mit einem 
kerndruck von etwa 1030 hPa und einer mehrkernigen Tiefdruckzone, die vom 
westlichen Mittelmeer bis zu den Seegebieten rund um Island reicht. Der Gradient
zwischen diesen Gebilden nimmt außer ganz im Südwesten deutlich zu, so dass auch
der auf östliche bis südöstliche Richtungen dreehende Wind an Fahrt aufnimmt. 

Besonders anfällig sind zunächst mal exponierte Hochlagen, wo stürmische Böen 
aus Südost bis Ost möglich sind, aber auch windanfällige Lagen im Flachland 
können nachmittags erste Böen um 55 km/h abbekommen.

Ansonsten dauert die Zufuhr trocken-warmer Kontinentalluft an, in der trotz 
einiger von Südwesten hereindriftender Wolkenfelder überwiegend die Sonne 
scheint. Dabei wird es mit 21 bis 27°C noch etwas wärmer als an den Vortagen, 
lediglich im Küstenumfeld wird es nicht so warm bei auflandigem Wind.

In der Nacht zum Dienstag verschärft sich der Gradient weiter, so dass in 
Hochlagen der Mittelgebirge stürmische Böen und Sturmböen auftreten können, der 
Brocken könnte sogar mit einer schweren Sturmbö dabei sein. In den Alpen stellt 
sich eine Föhnlage mit ersten Böen 8 Bft, vielleicht 9 Bft ein. Tiefe Lagen 
entkoppeln sich von den Oberwinden und mit dem Tagesgang lässt dort der Wind 
etwas nach. 

Dienstag ... Angetrieben durch die niedertroposphärische Ost- bis Südostströmung
erreicht der Kaltlufttropfen Dienstagfrüh Tschechien und verlagert sich bis zum 
Abend nach Norddeutschland. Das blockierende Höhenhoch bleibt derweil im Raum 
Südfinnland liegen. Auf der Rückseite des KLT, also südöstlich des 
Höhentiefkerns, kommt kräftige Warmluftadvektion auf, so dass mehrschichtige 
Bewölkung den Osten und Südosten erreicht. Dabei simulieren ICON und GFS im 
Osten im Tagesverlauf leichten flächigen Regen. Die WLA ist vor allem in der 
Höhe ausgeprägt, so dass die Schichtung eher stabil ist. Ganz im Süden wird 
etwas Cape simuliert (bis rund 500 J/Kg). Im Alpenraum und im Südschwarzwald 
sind somit einzelne Schauer und Gewitter möglich, die allerdings nur GFS im 
Programm hat. ICON und EZMW simulieren dort keinen Regen.
Auf der Vorderseite des nach Nordwestspanien abtropfenden atlantischen Troges 
fällt der Druck über Westeuropa weiter und das Hoch über Osteuropa behält den 
Druck bei (über 1030 hPa). So verschärft sich der Druckgradient weiter. Damit 
frischt der Ost- bis Südostwind weiter auf und ab dem späten Vormittag sind im 
Norden und Osten sowie in der Mitte steife bis stürmische Windböen zu erwarten. 
Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei CosmoLEPS meist bei 50 bis 90 Prozent.
Mit der mehr auf Süd drehenden Strömung kommt recht warme Luft nach Deutschland 
(die +10-Grad-Isotherme erreicht abends die nördlichen Mittelgebirge). 
Allerdings springen die Mosmix-Höchstwerte nicht darauf an, da offensichtlich 
auch mehr Wolken im Spiel sind. Über 25 Grad dürfte aber örtlich drin sein.  


Modellvergleich und -einschätzung
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Die externen Modelle zeigen recht ähnliche Basisfelder. Im Hinblick auf markante
Wettererscheinungen gibt es somit keine anderen Erkenntnisse. 


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden