Convective Outlook ab Montag, 28. Juni 2021, 17 Uhr

Convective Outlook ab Montag, 28. Juni 2021, 17 Uhr

Outlook 28. Juni 2021

Herausgegeben: 28.06.2021 – 01:30 MESZ

Für den Zeitraum: 28.06.2021 – 17:00 MESZ bis 29.06.2020 – 08:00 MESZ

Forecaster: Jannis Schneider

 

Warnstufe 0 wurde ausgegeben für einen Großteil der Mitte und des Südens aufgrund des Potentials für Gewitter mit mäßigen Blitzraten, kleinem Hagel (bis 1,0 cm), Platzregen (um 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und Sturmböen (< 80 km/h).

Warnstufe 1 wurde ausgegeben für Teile von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Bayern aufgrund des Potentials für unwetterartige Gewitter mit hohen Blitzraten, Hagel (bis 1,5 cm), Platzregen (um 35 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und schweren Sturmböen (< 100 km/h).

Warnstufe 2+ wurde ausgegeben für Teile von Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Bayern aufgrund des Potentials für (schwere) Unwetter mit hoher Blitzintensität, Hagel (bis 4 cm, nachts bis 1,5 cm), Platzregen (um 45 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit), konvektiv bedingten Orkanböen (bis 125 km/h) und einem erhöhten Tornadopotential.

 

Übersicht

Nach einem vorübergehenden Hitze-Intermezzo starten wir die neue Woche mit einer ausgeprägten Unwetterlage. Schuld daran ist das Tief „Xero II“, welches uns in der ersten Tageshälfte des Montags bereits mit einer Konvergenz erreicht. Bis hierhin passiert in Sachen Gewitter allerdings noch nicht allzu viel; lediglich in den westlichen Mittelgebirgen kann der Deckel durchstoßen werden. Dementsprechend sind hier zumindest lokale Gewitter (samt Hagel, Platzregen) zu erwarten. Spannender wird es ab dem späten Nachmittag, wenn eine zweite Konvergenz mit samt eines sich bildenden und intensivierenden Bodentiefs den Südwesten Baden-Württembergs erreicht. Neben den doch recht verbreitet hohen Energiewerte, die regional durchaus die 2000-J/kg-Marke durchbrechen, spielt hier auch die Scherung eine zunehmende Rolle. Was im Bereich des Schwarzwaldes anfangs noch recht unstrukturiert scheint entwickelt sich im Laufe des Abends demnach zu einer gut organisierten Gewitterlinie, die durchaus bis ins hessische Rhein-Main-Gebiet reichen kann und mit dem Bodentief anschließend eindrehend nordostwärts zieht. Flächige Unwetter sind dann die Folge, vor allen Dingen von Baden-Württemberg bis hoch ins zentrale und östliche Hessen, sowie in der Westhälfte Thüringens und abgesehen vom äußersten Südosten auch in Bayern. Bis spät in die Nacht zum Dienstag ist die Unwettergefahr gegeben, teils sind schwere Unwetter denkbar. Im mit 2+ markierten Bereich dürfte es wieder eine anständige Blitzshow geben, wobei es dort auch größere Hagelansammlungen oder anfangs auch noch größeren Hagel, sowie heftigen Platzregen und konvektiv bedingt schwere Sturm- bis Orkanböen geben kann. Im Laufe der Nacht ist rückseitig der Gewitterlinie zudem mit einer Verclusterung zu rechnen, weswegen man sich auf mehrstündigen Starkregen einstellen kann. Bei anhaltend starker Vertikalbewegung und PPW-Werten von durchaus nahe oder um 40 können hier durchaus flächiger 40 bis 50 l/qm innerhalb 6 Stunden fallen.

 

Modellvarianz

Zu Beginn des Sonntags war die Geschichte mit Konvergenz und der nachfolgenden Kaltfront noch nicht eindeutig. Mittlerweile lassen aber die meisten Wettermodelle die (zweite) Konvergenz zünden und simulieren dabei bei guter Scherung eine Gewitterlinie, die in der Nacht zum Dienstag nordostwärts vorankommt. Der Dienstag bleibt dagegen weiterhin chaotisch, weswegen eine detaillierte Aussicht auf diesen Tag noch keinen Sinn ergibt.

 

Wie bei jeder Gewitterlage gilt auch hier, dass es bei weitem nicht jeden treffen wird!

Aktuelle Warnungen sind in der WarnWetter App des Deutschen Wetterdienstes oder dessen Webseite zu finden.