Convective Outlook für Sonntag, 20. Juni 2021

Convective Outlook für Sonntag, 20. Juni 2021

Outlook 20. Juni 2021

Herausgegeben: 20.06.2021 – 02:00 MESZ

Für den Zeitraum: 20.06.2021 – 12:00 MESZ bis 21.06.2020 – 00:00 MESZ

Forecaster: Jannis Schneider

 

Warnstufe 0 wurde ausgegeben für einen Großteil der Mitte und des Südens aufgrund des Potentials für Gewitter mit mäßigen Blitzraten, kleinem Hagel (bis 1,0 cm), Platzregen (bis 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und Sturmböen (< 80 km/h).

Warnstufe 1 wurde ausgegeben für einen Großteil der Mitte und des Südens aufgrund des Potentials für unwetterartige Gewitter mit hohen Blitzraten, Hagel (bis 2 cm), Platzregen (bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und schweren Sturmböen (< 100 km/h).

Warnstufe 2+ wurde ausgegeben für Teile von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Thüringen und Bayern aufgrund des Potentials für (schwere) Unwetter mit hoher Blitzintensität, Hagel (bis 4 cm), Platzregen (bis um 45 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit), konvektiv bedingten Orkanböen (bis 130 km/h) und einem erhöhten Tornadopotential.

 

Übersicht

Östlich des Tiefs „Volker“, welches über der Biscaya liegt, bilden sich mehrere kleinräumige Tiefdruckgebiete. Eines davon entsteht über der Schweiz. In diesem Bereich finden in den Nachmittagsstunden anständige Hebungsvorgänge statt, sodass hier zügig Unwetter entstehen. In Verbindung mit den weiterhin hohen Energiewerten (ML-CAPE um 2500 J/kg im Süden Deutschlands) muss man sich hier und anschließend dann auch in Baden-Württemberg auf eine spannende Blitzshow einstellen. Die Scherung steht zudem außerordentlich gut; es ist mit bester Organisation zu rechnen. Dementsprechend wird die Gewitterfront auch schon aus weiterer Ferne deutlich sichtbar sein. In unmittelbarer Nähe dürfte eine durchaus sehr fotogene Böenfront sichtbar werden. Bei aller Schönheit der Wolkenformationen drohen mit Durchzug des linienförmigen Systems wohl relativ verbreitet schwere Sturmböen (90 bis 100 km/h). Selbst die ein oder andere konvektive Orkanböe (durchaus im Bereich bis 130 km/h) ist möglich. Das Risiko für Tornados ist zudem deutlich erhöht. Punktuelle Entwicklungen sind deshalb durchaus denkbar. Des Weiteren liegen die PPW-Werte im Rahmen der Gewitterlinie deutlich im nennenswerten Bereich (häufig über 40, teils 46), weswegen auch niederschlagstechnisch einiges auf die betroffenen Regionen zukommt. Starkregenschauer mit um 45 l/qm in kurzer Zeit und größerer Hagel (auch zum späteren Abend durchaus noch im Bereich von 3 bis 4 cm) kann es hier geben.

Die Gewitterfront erreicht am Abend und in der Nacht zum Montag, 21. Juni, die mittleren Landesteile. Eine Abschwächung dürfte man hier „mit bloßem Auge“ nicht erkennen, weswegen auch hier weiterhin die Gefahr schwerer Unwetter besteht.

 

Modellvarianz

Mittlerweile sind sich die Wettermodelle recht einig. Kleinere Differenzen gibt es nur hinsichtlich der Ausprägung der Gewitterlinie ab dem späten Sonntagabend. Bei einigen Versionen sind das westliche Hessen und Nordrhein-Westfalen dann nicht mehr im Spiel. Diese Version ist allerdings in der Minderheit.

 

Wie bei jeder Gewitterlage gilt auch hier, dass es bei weitem nicht jeden treffen wird!

Aktuelle Warnungen sind in der WarnWetter App des Deutschen Wetterdienstes oder dessen Webseite zu finden.