Convective Outlook für Freitag, 18. Juni 2021

Convective Outlook für Freitag, 18. Juni 2021

Outlook 18. Juni 2021

Herausgegeben: 18.06.2021 – 02:30 MESZ

Für den Zeitraum: 18.06.2021 – 12:00 MESZ bis 19.06.2020 – 00:00 MESZ

Forecaster: Jannis Schneider

 

Warnstufe 0 wurde ausgegeben für die Westhälfte Deutschlands aufgrund des Potentials für lokale Gewitter mit mäßigen Blitzraten, kleinem Hagel (bis 1,0 cm) und Platzregen (bis 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit).

Warnstufe 1 wurde ausgegeben für Teile von Niedersachsen und Schleswig-Holstein/Hamburg aufgrund des Potentials für unwetterartige Gewitter mit Hagel (bis 2,0 cm) und Platzregen (bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit).

Warnstufe 1 wurde ausgegeben für den Westen Deutschlands aufgrund des Potentials für unwetterartige Gewitter mit Hagel (bis 1,5 cm), Platzregen (bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und konvektiv bedingten schweren Sturmböen (bis 95 km/h).

Warnstufe 2 wurde ausgegeben für Teile von Niedersachsen und Schleswig-Holstein/Hamburg aufgrund des Potentials für (schwere) Unwetter mit hoher Blitzintensität, Hagel (bis 5,0 cm) und heftigem Platzregen (bis um 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit).

Warnstufe 2 wurde ausgegeben für Teile des Westens und Südwestens aufgrund des Potentials für (schwere) Unwetter mit hoher Blitzintensität, Hagel (bis 1,5 cm), Platzregen (bis um 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit) und konvektiv bedingten Orkanböen (um 120 km/h).

 

Übersicht

Das Hochdruckgebiet „Zoe“ verabschiedet sich allmählich Richtung Russland, weswegen Platz frei wird für gleich drei Tiefs. Das erste mit dem Namen „Stefan“ erreicht Deutschland am Freitag, 18. Juni. Es pumpt auf seiner Vorderseite nochmals sehr heiße Luft zu uns, sodass die Höchstwerte abgesehen vom Westen Deutschlands in tiefen Lagen häufiger die 35-Grad-Marke überschreiten können. Der Westen liegt derweil bereits im Bereich der Konvergenz, weswegen es dort unerträglich schwül wird. Diese Linie stellt ein Hebungsgebiet dar, wobei die Wolkenuntergrenzen hier relativ hoch liegen, weswegen man hier vorerst schnell „an die Decke stößt“. Dies ändert sich in den Mittagsstunden vor allen Dingen im Rothaargebirge. Mit zusätzlich orographischer Unterstützung dürfte es zügig zünden. Dies wird wohl die Geburtsstunde des ersten Gewitterkomplexes sein, der anschließend von Ostwestfalen in das südliche Niedersachsen zieht (Nordhessen kann dabei gestreift werden). Im weiteren Verlauf ist mit zunehmender und vor allen Dingen höher reichender Scherung (10 bis um 20 m/s) auch ein organsierteres Gebilde möglich, welches über das östliche und zentrale Niedersachsen Richtung Hamburg und Schleswig-Holstein zieht. CAPE-Werte bis etwa 2500 J/kg sprechen hier für höhere Blitzraten und bei PPW-Werten von teils über 50 (!) sollte man sich zudem auf größeren Hagel (durchaus 4 bis 5 cm) und heftige Starkregenschauer (um 50 l/qm in kurzer Zeit) gefasst machen. Zunehmend besteht auch die Gefahr konvektiver Sturmböen (um 80 km/h).

Neue Spannung gibt es ab dem Abend im Westen und Südwesten Deutschlands, da die Kaltfront des Tiefs „Thananont“ erneut Hebung bietet. In den betroffenen Regionen (Baden-Württemberg bis Nordrhein-Westfalen) sind die Energiewerte zum Zeitpunkt noch anständig (ML-CAPE anfangs noch über 2000 J/kg), weswegen es auch hier höhere Blitzraten geben kann. Hagel und Platzregen spielen hier zwar auch eine Rolle, sind aber nicht so präsent wie zuvor im Nordwesten. Eher sollte man hier in Richtung Böen schauen; ggf. sind hier Werte über 100 km/h – zumindest örtlich – denkbar.

 

Modellvarianz

Die Gewitterbildung im Rothaargebirge wird mittlerweile von mehreren gängigen Modellen gesehen. Einzig die Ausbreitung dieser Gewitter ist unterschiedlich. Bei einigen Varianten fehlt die oben erwähnte Organisation, weswegen es eher unstrukturiert zugeht. Auch für den Abend stehen noch Unsicherheiten im Raum. ECMWF rechnet noch bis in die Nacht zum Samstag mit Gewittern, während ICON diese relativ zügig vertrocknen lässt.