Convective Outlook für Mittwoch, den 19. Juni 2019

Convective Outlook für Mittwoch, den 19. Juni 2019

Herausgegeben am: 19.06.2019 11:00 MESZ

Gültig von:  19.06.2019 11:00 MESZ bis 20.06:2019 06:00 MESZ

Forecaster: B.Sc. Met. Philipp Joppe

 

Warnsituation:

Warnstufe 1+  wurde ausgegeben auf Grund der Wahrscheinlichkeit von Gewittern mit konvektiven Böen über 120 km/h

Warnstufe 1 wurde herausgegeben durch Auftreten von Gewittern mit Sturmböen über 90km/h, Hagel von mehr als 3 cm Durchmesser und Starkregen mit mehr als 30 mm innerhalb kurzer Zeit.

Synoptische Übersicht:

Deutschland liegt vorderseitig eines Troges über den britischen Inseln und seinem Randtrog, welcher sich im Tagesverlauf langsam ostwärts bewegt. In Zuge dessen bildet sich in Verbindung mit dem zugehörigen Bodentief eine Tiefdruckrinne, welche vom Aachener Land bis zur Nordsee reicht. In diese Rinne eingelagert kommt es zu einer Windkonvergenz, welche die Konvektion fördert.

Diskussion:

Durch die vorherrschende südwestliche Strömung in Zusammenhang mit dem Trog gelangen feucht- heiße Luftmassen nach Deutschland. Dabei zeichnet sich die feuchte der Luft besonders durch die hohen PPW- Werte aus. Diese liegen im Bereich den Bodentiefs über NRW und der zugehörigen Kaltfront, welche ab dem Abend auf den Westen übergreift, bei lokal bis zu 40 mm. Damit ist die erste Bedingung für Starkregenereignisse gegeben. Die CAPE- Werte liegen in Deutschland verbreitet bei um die 1400 J/kg lokal auch bis zu 2000 J/kg. Allerdings kann auf die vorhandene Energie nur in Bereichen der Konvergenz und im Laufe der Abend- und Nachtstunden auch durch frontale Hebung zugegriffen werden. Die Kombination der hohen CAPE- und PPW- Werte  ermöglichen Gewitter mit Starkregen mit mehr als 30 mm innerhalb kurzer Zeit, sowie größeren Hagel mit Korngrößen um die 3 cm. In den Bereichen der Konvergenzlinie und der Zugbahn des Bodentiefs liegen die Scherungswerte in 0-1 km Höhe am Nachmittag über dem Nordwesten bei 30 bis lokal 50 Knoten. Bei Durchzug der Front werden ebenfalls erhöhte Scherungswerte im gleichen Größenbereich simuliert. Damit sind auch Bedingungen für Sturmböen und lokal auch orkanartige Böen bei den Gewittern nicht ausgeschlossen.  Die Gewitter, welche sich ab dem Mittwochmittag bilden werden sich wahrscheinlich linienförmig entlang der Konvergenzlinie auf einem Streifen zwischen Aachen und den ostfriesischen Inseln anordnen. Die Gewitter in Zusammenhang mit der Kaltfront werden dagegen eher lokal auftreten und bevorzugt dort wo die Orographie bei der Konvektion hilft. Hier ist besonders das Saarland und die Schwäbische Alb als Schwerpunkt simuliert.

Modellvarianz:

Die verglichenen Modelle simulieren die Grundbedingungen alle ähnlich, nur die Orte sind nicht unterschiedlich. Während das SWISS HD den Osten Deutschland vernachlässigt, simuliert das COSMO D2 auch dort eine rege Gewittertätigkeit am Nachmittag. Dafür werden die abendlichen Gewitter in RLP und BaWü vom COSMO D2 nicht aufgegriffen sondern durch das SWISS HD wiedergegeben.

Es gilt auch bei dieser Wetterlage: Es wird bei weitem nicht jeden treffen und die Gewitter können örtlich sehr begrenzt auftreten.  Aktuelle Warnungen sind in der WarnWetter App des Deutschen Wetterdienstes zu finden.