Convective Outlook für Montag, den 3. Juni 2019

Convective Outlook für Montag, den 3. Juni 2019

Herausgegeben am: 03.06.2019 12:00 MESZ
Gültig von: 03.06.2019 12:00 MESZ bis 04.06:2019 00:00 MESZ
Forecaster: Philipp Joppe

Warnsituation:

Warnstufe 2 wurde ausgegeben auf Grund der Wahrscheinlichkeit von Gewittern mit konvektiven Böen über 120 km/h
Warnstufe 1 wurde herausgegeben durch Auftreten von Gewittern mit Sturmböen über 90km/h, Hagel von mehr als 3 cm Durchmesser und der Wahrscheinlichkeit von Superzellen.

Synoptische Übersicht:

Der im vorangegangenen Outlook erwähnte Höhentrog schwenkt im Laufe des Montags langsam über den Westen Deutschlands und nimmt somit zunehmenden Einfluss auf das Wettergeschehen. Gleichzeitig wird feucht- heiße Luft aus dem südlichen Europa nach Deutschland transportiert. Vor dem Trog herlaufend bildet sich zusätzlich eine Tiefdruckrinne, welche mit einer ausgeprägten Konvergenzlinie bemerkbar macht.

Diskussion:

Die feuchten subtropischen Luftmassen weisen von sich aus eine starke Instabilität auf, was sich in CAPE- Werten von verbreitet 1000 bis 1500 J/kg zeigt. Diese Werte liegen zusätzlich in dem Bereich der Konvergenzlinie, welche sich am Mittag in einem Streifen von Lübeck über die Mitte Deutschlands bis ins Alpenvorland erstreckt. In Zusammenhang von Konvergenz und labilen Luftmassen sind die Grundvoraussetzungen für konvektive Hebung gegeben. Im Süden Deutschlands hilft am Nachmittag die Orographie zusätzlich bei der Hebung und Konvektion.
Die Scherung in 0-1 km Höhe hat ein ausgeprägtes Maximum im nördlichen Niedersachsen mit Werten über 50 Knoten. Die gesamte Scherung in 0-6 km Höhe hat ihr Maximum ebenfalls im Norden Deutschlands. Mit Werten von bis zu 50 Knoten ist in Kombination mit der 0-1 km Scherung die Entstehung von einzelnen Superzellen sehr wahrscheinlich. Betrachtet man die Helizität in 0-3km findet man ebenfalls Werte um die 150 m²/s² in den nördlichen Bundesländern, was auch hier eine Grundlage für Superzellen sein kann. Die maximalen Werte der SRH findet man aber über Mittelhessen. Hier werden teilweise Werte von 300 und lokal bis 400 m²/s² simuliert. Dies spricht ebenfalls für die Entwicklung von einzelnen Schwergewittern, welche sich zu einer Mesozyklone entwickeln können.
Durch die hohen Feuchte Werte der Luft, welche sich in PPW- Werten von 30-36 mm zeigen, bringen die Gewitter Starkregen mit sich. In Kombination mit den teils langsamen Zuggeschwindigkeiten sind so hohe Niederschlagssummen in kurzer Zeit möglich.

Modellvarianz:

Die verglichenen Modelle zeigen alle eine gleiche Ausgangslange für den heutigen Montag. Auch die Region wird von fast allen Modellen gleich simuliert. Schwerpunkt ist zum einen ein Streifen vom Rhein- Main Gebiet bis Rügen. Zudem wird ein Schwerpunkt in der Region um Hamburg simuliert, welches lediglich vom COSMO- D2 nicht gesehen wird.

Es gilt auch bei dieser Wetterlage: Es wird bei weitem nicht jeden treffen und die Gewitter können örtlich sehr begrenzt auftreten. Aktuelle Warnungen sind in der WarnWetter App des Deutschen Wetterdienstes zu finden.