Convectivce Outlook für Freitag, den 08.06.2018

Convectivce Outlook für Freitag, den 08.06.2018

Convectivce Outlook für Freitag, den 08.06.2018

Gültig von: 08.06.2018 06:00 MESZ bis 08.06.2018 23:59 MESZ

Herausgegeben am 7.06.2018

Forecaster: Simon Schöfl

 

 

Warnsituation:

Warnstufe 1 wurde herausgegeben durch das verbreitete Auftreten von Gewittern mit Starkregen und Mengen von über 50mm innerhalb weniger Stunden und lokalen Sturmböen von über 90 km/h.

 

Synoptische Übersicht:

Zwischen einem starken Tiefdruckgebiet westlich der Iberischen Halbinsel und einem abziehenden Hoch über Osteuropa gelangt feuchtwarme Luft aus Südwesten nach Deutschland. Der seit einigen Tagen beständige Höhenkeil wird durch ein schwaches Bodentief über Deutschland verstärkt wobei der Süden durch zyklonales Wetter beeinflusst wird mit teils sehr labilen Luftmassen im Süden und Westen.

 

Diskussion:

In einem Streifen von NRW über Hessen bis ins Alpenvorland befindet sich eine feuchtlabile Luftmasse, in der es im Laufe des Tages verstärkt zu Konvektion kommt. Auslösetemperaturen von 21-28 Grad werden schon im frühen Nachmittag erreicht werden, mithilfe der Orografie sollte es wahrscheinlich schon mittags erste Konvektion im Odenwald, Spessart und Bergisches Land geben. Mit CAPE Werten von 1000-1500 J/kg und ppw Werten von 25-35, in NRW lokal bis 40mm sind Starkregenereignisse (v.a. durch die langsame Verlagerung) und lokal Hagel um 3cm sehr wahrscheinlich. Diese jedoch sehr örtlich mit langsamer Bewegung nach Nordwesten. Westlich des Oberrheins sind ebenfalls Gewitter möglich, dort jedoch nicht so stark ausgeprägt da hier schon weniger wetterwirksame Luft aus Südwesten einfließt. Später entwickeln sich auch im Süden und Alpenvorland starke Gewitter, die sich sehr langsam verlagern werden und bis in die späten Abendstunden erhalten bleiben können.

 

Modellvarianz

Für den Freitag gab es teilweise hohe Uneinigkeit der Modelle in manchen Parametern und den betroffenen Gebieten.

Einigkeit besteht darin, dass die Gebiete vom bergischen Land bis zu den Alpen sehr wetterwirksam sein werden.

Uneinigkeit jedoch gab es vor allem für das nördliche NRW. Einige Modelle sahen dort am späten Nachmittag organisierte Multizellen gestützt durch die höchsten Taupunktstemperaturen und ppw Werten in Deutschland gepaart mit einer hohen Helizität bzw. Windscherung. Andere Modelle sahen dort kaum Niederschlagsereignisse. Ebenfalls ist laut einiger Modelle Rheinland-Pfalz mitten im Unwetterbereich, andere Berechnungen sehen für diese Region nicht derartig starke Konvektion. Diese Variante wird auch im CO als realistischer angesehen. Insgesamt gibt es ebenfalls Uneinigkeit im Rahmen der Taupunktstemperaturen im Warnbereich.

Wie in den letzten Tagen kennzeichnen sich Schwergewitter v.a. durch Starkregen aufgrund der langsamen Verlagerung, jedoch wird es lange nicht jeden treffen. Beachten sind zudem die regionalen Unsicherheiten. Aktuelle Warnungen vom DWD sollen am Freitag zeitnah beachtet werden.